Verfasst von: svheblog | Oktober 21, 2008

Bittere Derbyniederlage

Am vergangenen Sonntag gastierte der SVH/E beim Lokalrivalen in Nieheim. Es gab eine 0:4 Klatsche in einem unansehnlichen Fußballspiel.

Neben dem verletzten Thomas Roßbegalle und dem zum letzten Mal gesperrten Saban Cet standen alle SVH/E-Spieler bereit. Im Tor spielte wie immer Oktay Göktas, davor gewohnt Heinz Böddeker als Libero. Michael Scholle und Michael Arens gaben erneut die Außenverteidiger, vor ihnen spielte Christof Drewes als 6er. Das Mittelfeld stellten Florian und Antonius Lüke auf den Außenpositionen sowie Michael Hall und Murat Cetinkaya in der Mitte. Im Sturm begannen Tuncay Sener und Süleyman Öztürk.

Erste Halbzeit

Schon nach 8 Minuten musste Chrifstof Drewes verletzt vom Platz. Er verletzte sich am Knöchel, nachdem er in einem Zweikampf brutal von hinten umgetreten wurde. Da der Gegenspieler keine Chance hatte an den Ball zu kommen, wäre eine rote Karte schuld- und tatangemessen gewesen, doch der Schiedsrichter zeigte nicht einmal gelb.Für Christof Drewes kam sein Bruder Holger ins Spiel. Süleyman Öztürk bekleidete von nun an die 6er-Position, Holger Drewes agierte im Sturm. Das Spiel selbst war von Ungenauigkeiten geprägt, beide Mannschaften wussten mit dem großen Platz fußballerisch nicht viel anzufangen. Die Nieheimer spielten sehr hart und teilweise unfair. Der scheinbar überforderte Schiedsrichter schien das hingegen weniger zu registrieren, Fouls wurde selektiv gepfiffen, Karten nur wegen Meckerns verteilt. Problematisch war beim SVH/E die defensive Zuordnung, viel zu oft standen die Spieler gut 3 bis 5 Meter vom Gegner weg, sodass dieser frei walten konnte, jedoch aufgrund von Passungenauigkeiten kein Kapital hieraus schlagen konnte. Hinzu kam eine sonst unbekannte Ungefährlichkeit bei Standardsituationen. Es dauerte bis zur 24 Minute, bis die Zuschauer eine zu sehen bekamen, Oktay Göktas konnte den SVH/E hier mit einer Glanztat vor einem Rückstand bewahren. Doch 4 Minuten später musste auch er sich geschlagen geben. Ein zunächst harmlos scheinender Freistoß der Nieheimer aus dem Feld trifft Michael Arens unglücklich am Oberschenkel und wird zur Vorlage aus 3 Metern, welche sich ein FC-Stürmer nicht nehmen lässt. Diese Szene war symptomatisch für den bisherigen Spielverlauf: Die Spieler des SVH/E liefen nur nebenher, waren zu wenig präsent. Da aber die Nieheimer nur in puncto Kampfbereitschaft überlegen waren, kam auch der SVH/E zur ersten Torchance in Minute 37. Tuncay Sener setzte sich auf der rechten Seite durch und legte auf Süleyman Öztürk ab, doch dieser verzog aus 7 Metern total und schoss neben das Tor.

Zweite Halbzeit

Wieder passierte wenig, beide Mannschaften waren kaum in der Lage ein gescheites Passspiel aufzuziehen. In der 56. Minute kam dann Antonius Lüke zu einer guten Torgelegenheit, nachdem er durch einen Pass von Tuncay Sener freigespielt wurde, sein Schuss konnte aber soeben noch gehalten werden. Der SVH/E schien plötzlich im Spiel angekommen und kam nur 4 Minuten später erneut zu einer Torchance, doch auch der Schuss von Michael Hall konnte vom Nieheimer Keeper abgeklatscht werden. Das wars dann auch mit der Sturm- & Drangphase des SVH/E, man gewann kaum Zweikämpfe; allein die Manndeckern und der Libero konnten etliche Flanken neutralisieren. Allerdings nur bis zur 62 Spielminute, da ließen sich auf der rechten Seite gleich mehrere SVH/E-Spieler vernatzen und nach einer Flanke klingelte es erneut im Tor der Gäste. Nieheim wurde nun stärker, was heißt, dass Pässe nun vermehrt auch ankamen, Holzhausen/Eriwtzen hingegen spielte wie gelähmt, trabte nur neben den Gegnern her. So passierte es, dass Nieheim durch einen Freistoß auf 3:0 erhöhen konnte, in der Nachspielzeit sogar zum vierten Treffer gelangte. Dieser ist besonders bitter, weil er praktisch ohne Gegenwehr der Holzhauser/Erwitzer Mannschaft fiel.

Fazit

Keine Laufbereitschaft, kein Kampf, kein Wille, damit gewinnt man auch beim FC Nieheim II nicht. Diese haben gezeigt, dass sie wahrlich keine Fußballwunder sind, jedoch beweisen sie, dass mit Kampf und Willensstärke auch ein in der Tabelle besser darstehender Gegner bezwungen werden kann. Schlüsselszene ist die siebte Spielminute, wo der Schiedsrichter, dessen Leistung durchaus suboptimal war, rot nach überhartem Einsatz hätte zeigen müssen. Doch statt sich von der Verletzung ihres Mitspielers beeindrucken zu lassen hätte die Mannschaft spätestens zu diesem Zeitpunkt aufwachen müssen. Ist sie aber nicht und dann geht man gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner auch baden. Klar mag Niheim sehr hart gespielt haben, aber dann muss man dagegenhalten und den Kampf annehmen und nicht davor weglaufen (nebenherlaufen).

SV Holzhausen/Erwitzen: Oktay Göktas – Heinz Böddeker © – Michael Scholle, Michael Arens – Christof Drewes (8. Holger Drewes) – Florian Lüke, Antonius Lüke, Murat Cetinkaya, Michael Hall – Tuncay Sener, Süleyman Öztürk (72. Stefan Roßbegalle)

Tore: 1:0 (28. Minute), 2:0 (62.), 3:0 (75.), 4:0 (90.+2)

Freistöße: 18: 21

Ecken: 9:3

Abseits: 1:0

gelbe Karten: 4 gelbe Karten für Nieheim – Holger Drewes, Süleyman Öztürk

gelb-rot: Heinz Böddeker (77. Minute/wiederholtes Foulspiel)


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